Was sind die AP Top-25?

Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist das beste College-Team im ganzen Land? Eine Frage, die eindeutig beantwortet werden kann, wird sich jetzt so mancher sagen. Es gibt ja schließlich jedes Jahr die College Football Playoffs, die den nationalen Champion ermitteln. Dies ist jedoch erst seit 2014 der Fall. Die Tatsache, dass der nationale Champion in einem Finalspiel ausgespielt wird, ist jedoch die Ausnahme in der mittlerweile 150-jährigen Geschichte des College Footballs. Wie dies in den Jahren und Jahrzehnten davor aussah, und welche Rolle die AP Top-25 dabei spielen, würde ich euch ganz gerne näher in diesem Artikel bringen.

Wie wurden den nationalen Meister im 20. Jahrhundert ermittelt?

Die Anfangsjahre

Im Jahr 1869 spielten die Universitäten von Rutgers und Princeton die erste heute anerkannte College-Football-Partie. Der Sport an sich hatte noch sehr wenig mit dem gemein, was er heute ist, aber ein Grundstein wurde gelegt. Bereits im Jahre 1900 waren es schon wesentlich mehr Teams von Universitäten, die gegeneinander spielten. Dazu zählten u.a. Mannschaften, die heute zur Big Ten gehören, wie z.B. Iowa, Michigan und Wisconsin, aber auch Army, Navy, Notre Dame und Iowa State. Erstere waren bereits in einer Conference organisiert, während letztere als sog. Independents unabhängig waren und selbst bestimmen konnten, wie ihr Spielplan aussieht. Bereits zu diesem Zeitpunkt gab es keine direkten Vergleiche zwischen allen Teams.

Neue Ideen zur Ermittlung eines Champions

In den frühen 1930er-Jahre gab es erste Überlegungen zu Methodiken, wie es gelingen konnte Mannschaften zu ranken bzw. auch tatsächlich einen nationalen Meister zu küren. Da es sportlich keine realistischen Weg gab, dies bei der schieren Anzahl an Teams auszuspielen, wurde ein anderer Weg beschritten. Sportjournalisten, die sich über die ganze Saison hinweg mit den Teams beschäftigt haben, fingen an die Teams zu ranken. Sie besaßen ein tiefgehendes Wissen in Bezug auf die jeweilige Stärke der Teams und deren Schedule. In der Saison 1934 erklärte der angesehene Sportredakteur der Associated Press (kurz AP) Alan J. Gould, dass es aus seiner Sicht keinen eindeutigen nationalen Meister gebe und die Saison mit einem Unentschieden zwischen Minnesota, Princeton und SMU enden sollte. Dies missfiel den Fans und zahlreiche Kollegen von Gould schlugen vor, ein einheitliches Wahlsystem zur Ermittlung eines nationalen Champions zu installieren. So entstand die AP Top-20 Poll, die nicht nur den Meister am Ende der Saison ermitteln sollte, sondern auch während der Saison ein aktuelles Bild der Kräfteverhältnisse geben sollte.

Eine Problematik über die Jahre war die Tatsache, dass sich neben der AP Top-20 (zwischen 1939 bis 1961 20 gerankte Teams, zwischen 1961 bis 1967 10, von 1968 bis 1988 20 und von 1989 bis heute 25 gerankte Teams) auch andere Polls etabliert haben. Dazu zählten u.a. die Helms Athletic Foundation, die Football Writers Association of America und die Coaches Poll. Letztere unterschied sich eindeutig, da nur College Football Coaches abstimmen durften und des öfteren einen abweichenden Blick auf die jeweiligen Stärkeverhältnisse hatten. Hinzu kam, dass die finalen Polls häufig schon vor der Bowl-Season rauskamen und dies zur Folge hatte, dass die Ergebnisse der Begegnungen teilweise nicht mehr berücksichtigt wurden.

Die BCS-Ära

Nachdem in 1990 und in 1991 kein eindeutiger Meister gekürt werden konnte, da die Polls unterschiedliche Ergebnisse hervorbrachten, entstanden Reformbestrebungen zur Anpassung des Systems. Die sog. Bowl Championship Series (BCS) sollte die Lösung aller Probleme sein. Ein Algorithmus basierend auf der AP Top-25, Caoches Poll und einem aufwändigen Computerverfahren sollte am Ende der regulären Saison die Nr. 1 und die Nr. 2 im Lande ermitteln, die dann im Rahmen eines traditionellen Bowls den Meister unter sich ausmachen würden. Aber auch dieses System hatte seine Schwächen. 2003 und 2004 kamen drei Top-Teams ungeschlagen durch die Saison. Nur zwei von ihnen konnten den Champion ausmachen. Dies hatte zur Folge, dass sich die AP sich aus dem BCS-System zurückzog.

Gattis was far from the only writer to take heat for his ballot. John Rohde, who wrote for the Daily Oklahoman in Oklahoma City, told the New York Timesin 2004 that he had to install multiple antivirus programs on his computer because of 1,000-plus emails from fans criticizing him for ranking the Sooners third earlier in that season.

On Dec. 21, the AP sent a cease-and-desist letter to BCS headquarters, stating that the BCS had “damaged and continues to damage AP’s reputation for honesty and integrity in its news accounts through the forced association of the AP poll with the BCS rankings.” Some believe the AP should have never been involved. “Media shouldn’t be creating the news,” says Yahoo Sports columnist Dan Wetzel, a vocal adversary to the BCS whose 2010 book, Death to the BCS, outlined the case for switching to a playoff. “If you want to have an AP basketball poll for the fun of it, knock yourself out. It’s just fun coverage, but you’re determining the champion. The AP poll was a lark and fun to do, and now they legitimized it.”


” Inside the AP’s Fateful 2004 Decision to Withdraw Its Poll From the BCS Formula ” in Sports Illustrated vom 12.07.2018

Wie werden die AP Top-25 veröffentlicht?

Die AP Top-25 erscheinen vor der Saison (i.d.R. im August), nach jeder Spielwoche bis zum Ende der regulären Saison und dann zum Ende der Bowl-Season in der Woche nach dem Championship Game. Abstimmungsberechtigt sind insgesamt 60 Journalisten und Moderatoren, die aus Sicht der AP vertrauenswürdig sind, eine objektive Stimme abgeben zu können. Jeder dieser 60 Teilnehmer erstellt eine Top-25, in der das erstplatzierte Team 25 Punkte, das zweitplatzierte 24 Punkte usw. erhält. Beim Gegenüberlegen der einzelnen Abstimmungsergebnisse, entsteht ein Gesamtergebnis: https://apnews.com/APTop25CollegeFootballPoll

Erwähnt werden auch die sog. Mannschaften, die nicht unter die Top-25 gekommen, aber Stimmen erhalten haben. Die Ergebnisse der einzelnen Voters sind im übrigen einsehbar: 

https://collegepolltracker.com/football/grid/2018/final-rankings

Welche Bedeutung haben die AP Top-25 heute?

Mit der Einführung des aktuellen Playoff-Formats hat die Bedeutung der AP Top-25 etwas gelitten. Anfang November veröffentlicht das Playoff-Komitee nicht nur die ersten Top-4, sondern ebenfalls eine Top-25. Da das Komitee als einziges das Teilnehmerfeld der Playoffs bestimmt, beziehen sich die Medien ab dem Zeitpunkt exklusiv auf dieses Ranking. Ganz unbedeutend ist das AP-Format aber nicht, da davon ausgegangen werden kann, dass sich das Komitee teilweise auf die davor erschienenen Rankings der AP bezieht. Das Ranking des Komitees erscheint auch nicht retrospektiv für die Wochen davor, so dass nach wie vor die AP Top-25 ein wesentlicher Faktor für die Bestimmung von Top-Spielen in den Wochen September und Oktober ist. Solltet ihr also bei der Übertragung eines Spiels eine Zahl zwischen 1 und 25 neben dem jeweiligen Team-Namen sehen, ist dies in der Regel das aktuelle Ranking der AP-Poll.

Welche Teams sind historisch häufig in der Ap Top-25 vertreten? (Stand: vor 2019er-Saison)

Rk Team App* Pct* Avg Rk High Rk
1 Ohio State 902 0.784 8.3 1
2 Michigan 849 0.738 9.3 1
3 Oklahoma 830 0.721 7.7 1
4 Notre Dame 799 0.694 8.4 1
5 Alabama 791 0.687 7.5 1
6 USC 767 0.666 9.2 1
7 Nebraska 728 0.632 8.2 1
8 Texas 720 0.626 9 1
9 Penn State 630 0.547 10 1
10 LSU 617 0.536 11 1
11 Florida 600 0.521 10.3 1
12 Tennessee 582 0.506 10.5 1
13 Georgia 579 0.503 11.1 1
14 Auburn 566 0.492 11.1 1
15 Florida State 560 0.487 8.6 1
16 UCLA 532 0.462 11.8 1
17 Miami (FL) 490 0.426 8.9 1
18 Washington 447 0.388 12.2 1
19 Texas A&M 444 0.386 12.5 1
20 Clemson 435 0.378 12.6 1
21 Arkansas 417 0.362 11.6 1
22 Michigan State 398 0.346 11.6 1
23 Wisconsin 376 0.327 13 1
24 Iowa 318 0.276 12.6 1
25 Georgia Tech 306 0.266 12.2 2
  West Virginia 306 0.266 14.5 2

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